Von Freitag, 15. bis Sonntag, 17. Mai 2026 kommen mehr als 2.800 Läuferinnen und Läufer aus über 60 Nationen ins Dorf Llanberis im Norden von Wales zum Ultra-Trail Snowdonia by UTMB. Oft als härtestes Rennen der UTMB World Series bezeichnet, findet die Veranstaltung im Herzen des Eryri-Nationalparks (Snowdonia) statt, am Fuß des Yr Wyddfa, des höchsten Gipfels von Wales.
Zeitplan und Distanzen
- UTS 100M — 164 km, 9.200 hm — Freitag, 15. Mai, 14:00 Uhr
- UTS 80K — 78 km, 2.500 hm — Freitag, 15. Mai
- UTS 100K — 104 km, 5.400 hm — Samstag, 16. Mai
- UTS 50K — 56 km, 3.370 hm — Samstag, 16. Mai
- ERYRI 25K — Sonntag, 17. Mai
Unsere Favoriten
UTS 100M: Joaquin Lopez führt ein dichtes Feld an
Beim Männer-UTS 100M gibt es einen klaren Topfavoriten: Joaquin Lopez (Ecuador, Kailas Fuga), der bestplatzierte Läufer des gesamten Wochenendes mit einem UTMB Index von 908. Lopez bekommt es mit dem französischen Duo Arthur Joyeux-Bouillon (On Running, Index 876) und Benat Marmissolle (Index 864), dem Italiener Franco Colle (Kailas Fuga, Index 812) und dem britischen Routinier Dan Lawson (Index 818) zu tun.
Bei den Frauen dreht sich alles um Charlotte Fisher (Großbritannien, Index 668), 2025 Dritte und nun bestplatzierte am Start. Die Polin Aleksandra Narkowicz (Index 653) und die Schottin Sanna Duthie (Scarpa, Index 644) wollen mitmischen, ebenso die Niederländerin Anouk Baars (Team Instinct France) und Rebecca Di-Luzio, Siegerin der allerersten UTS 100 im Jahr 2018.
UTS 100K: Eleanor Davis rückt hoch, Tschumi gegen Wigley
Der UTS 100K hat seinen Titelverteidiger Jonathan Albon verloren (er startet beim 50K), und das Männerfeld läuft auf einen Vierkampf hinaus. Jean-Philippe Tschumi (Schweiz, Kailas Fuga, Index 900) und der Franzose Paul Cornut Chauvinc (Asics Fuji Trail, Index 903) haben die höchsten Indizes, aber Keith Wigley (Großbritannien, Altra / Elite Trail Team, Index 862), 2025 Dritter, kennt diesen Kurs wie kein Zweiter. Die US-Amerikaner Jeffrey Colt (On Trail) und David Norris (Index 881), Harry Jones (Merrell / Janji) und Tom Joly (Kailas Fuga, Dritter beim UTS 100M 2025) komplettieren eine sehr enge Spitzengruppe.
Im Frauenrennen richten sich alle Blicke auf Eleanor Davis (Großbritannien, The North Face, Index 778), die UTS-50K-Siegerin 2025, die dieses Jahr auf die 100K hochrückt — eine deutliche Ansage. Die Schweizerin Ariane Wilhem (Compressport, Index 718) und die Britin Katie Kaars-Sijpesteijn (Salomon, Index 660) führen das restliche Feld an.
UTS 80K: Rückkehr von Josh Wade
Beim UTS 80K lautet der zentrale Name Josh Wade (Großbritannien, The North Face), Sieger der UTS 100M 2023 (Index 921, der höchste seiner Gruppe). Der Niederländer Peter Van Der Zon (Index 818) und der Brite Evan Allan (Team Våga, Index 752) wollen ihn unter Druck setzen. Die walisische Abenteurerin und Ultraläuferin Lowri Morgan (Index 665) führt das Frauenrennen an.
UTS 50K: Jon Albon steigt herunter
Die Geschichte des Wochenendes spielt sich auf dem UTS 50K ab, wo Jonathan Albon (Großbritannien, The North Face Trail) — UTS-100K-Sieger 2025 in 11:34:51 — auf die kurze Ultradistanz herabsteigt. Mit einem UTMB Index von 940 ist er statistisch der stärkste Läufer aller Rennen am Wochenende. Erwartet wird ein kompromissloser Kampf gegen den Norweger Anders Haga (VJ, Index 845), den Briten Andrew Heyes (Soar, Index 842), den Italiener Simone Eydallin (La Sportiva, Index 803) und Lewis Bowness (Inov8, Index 826).
Die Italienerin Giuditta Turini (Kailas Fuga, Index 746) führt das Frauenrennen an, dicht gefolgt von Lauren Graham (Zweite beim UTS 100K 2025, Index 610) und der Schwedin Tove Hjertonsson (Index 648).
ERYRI 25K: Kristian Jones zu Hause
Beim ERYRI 25K ist der UTS-50K-Titelverteidiger Kristian Jones (Großbritannien, Hoka / Elite Trail Team, Index 906) der überragende Heimfavorit. Der Schwede Albin Gezelius (Asics, Index 776) und der Brite Sam Bentham (Team OMM, Index 767) führen die Verfolger an. Emilia Platt (Großbritannien, Salomon, Index 684) geht als bestplatzierte Frau ins Rennen.
Erwartete Wetterbedingungen
Mitte Mai in Nordwales ist für ihre Unberechenbarkeit berüchtigt, und die Prognose für 2026 entspricht dem klassischen Snowdonia-Drehbuch. Die Bergwetterberichte deuten auf wechselhafte, unbeständige Bedingungen hin, dominiert von atlantischen Tiefdruckgebieten, mit Nordwestwinden zwischen 25 und 40 km/h (bis zu 50 km/h auf exponierten Graten) über das gesamte Rennwochenende.
Die Läufer müssen sich auf kräftige, verstreute Schauer einstellen, möglichen Hagel und Lufttemperaturen deutlich unter den saisonalen Werten — am Gipfel des Yr Wyddfa nahe dem Gefrierpunkt, mit einem deutlich kälteren Wind-Chill. Die vollständige Pflichtausrüstung mit wasserdichter Jacke und Hose, Mütze und Handschuhen wird keine Option sein. Die Sicht auf den freien Graten kann jederzeit einbrechen.
Die Schwierigkeiten der Strecke
Der UTS hat sich den Ruf als „eines der härtesten Ultra-Trail-Rennen der Welt" erarbeitet. Was ihn von alpinen Ultras unterscheidet, ist nicht nur der Höhenunterschied, sondern der durchgehend technische Charakter des walisischen Geländes.
- Moor und exponierte Grate: Der Kurs mischt Moorabschnitte, die die Beine leeren, mit luftigen Gratpassagen auf den anspruchsvollsten Skylines Großbritanniens.
- Geröll, Blockfelder und Scrambling: Sowohl der 100M als auch der 100K enthalten kurze Scrambling-Passagen, in denen die Hände gebraucht werden. Das ist kein klassisches Trailrunning.
- Navigation: Wenn die Wolken einfallen — was häufig passiert — verlangt die Strecke echtes Bergbewusstsein, vor allem auf den Glyderau- und Carneddau-Massiven.
- Höhenmeter: 9.200 hm auf 164 km beim 100M entsprechen den großen alpinen 100-Meilen-Rennen, jedoch konzentriert auf kurze, steile Anstiege.
Für einen Start beim UTS 100M wird ein UTMB Index von mindestens 380 empfohlen. Die Cut-off-Zeiten sind eng und die Strecke verzeiht niemandem, der das walisische Wetter oder Gelände unterschätzt.
Wie man das Rennen verfolgt
Das Live-Tracking ist ab Freitagnachmittag auf der offiziellen UTMB-Live-Plattform verfügbar; die 100M-Spitze wird am Samstagmorgen im Ziel in Llanberis erwartet. Was auch immer das Wetter bringt, das Ultra-Trail Snowdonia by UTMB wird erneut eines der spektakulärsten und härtesten Wochenenden der europäischen Trail-Saison liefern.