Ein historisches neues Kapitel im Salzkammergut
Am 23. Mai 2026 schlug der Mozart 100 by UTMB ein völlig neues Kapitel seiner Geschichte auf. Nach Jahren mit Basis in der Salzburger Innenstadt zog die Veranstaltung nach Fuschl am See ins Herz des Salzkammerguts. Rund 3.000 Läufer gingen in fünf Einzelrennen und einer Staffel an den Start — doch das Salzkammergut hatte eine Überraschung parat.
Wetter: Regen, Wind und exponierte Grate
Der Renntag brachte herausfordernde Bedingungen: mäßige bis starke Regenschauer trafen die Region den ganzen Tag, bei Temperaturen zwischen 8 und 20°C und knapp 9 mm Niederschlag im Tal. In der Höhe waren die Bedingungen deutlich rauer — die exponierten Grate des Schafbergs (1.783 m) und des Zwölferhorns wurden von Wind und kaltem Regen gepeitscht, was technische Abschnitte in rutschiges, anspruchsvolles Terrain verwandelte.
Der Regen machte den steilen, felsigen Aufstieg zum Schafberg — ohnehin die Schlüsselstelle der Strecke — besonders tückisch. Die Bedingungen besserten sich am Nachmittag etwas für die kürzeren Distanzen, doch die 119-km- und 72-km-Läufer bekamen das Schlimmste in den entscheidenden Mittelabschnitten ab.
Aufgabequoten: Der Berg sortierte aus
Von rund 3.000 Startern kamen 2.337 Läufer ins Ziel — geschätzte 663 Aufgaben (rund 22% insgesamt). Die längsten Distanzen zahlten den höchsten Preis:
- Mozart 100 (119 km): ~329 Finisher von geschätzt 460+ Startern — Aufgabequote von rund 28–30%
- Mozart Ultra (72 km): 526 Finisher — geschätzte Aufgabequote von 15–18%
- Mozart Marathon (44 km): 748 Finisher — niedrige Quote von 3–5%
- Mozart Half Marathon (28 km): 520 Finisher — minimale Aufgaben
- Mozart Lake Trail (12 km): 214 Finisher — nahezu keine Aufgaben
Die Hauptgründe für Aufgaben waren die Kombination aus durchnässten Trails und Erschöpfung auf den technischen Anstiegen, insbesondere am Schafberg-Aufstieg, wo mehrere Läufer auf nassem Fels ausrutschten. Auch das Unterkühlungsrisiko auf den exponierten Graten zwang einige Läufer an den Verpflegungsstellen zur Aufgabe.
Mozart 100 (119 km / 5.700 Hm): Affolati dominiert
Der italienische Ultra-Läufer Alessandro Affolati dominierte die Königsdistanz in 11:42:16 — über 36 Minuten vor dem nächsten Verfolger. Jérémie Marin (Frankreich) wurde Zweiter in 12:18:25, Sébastien Leday Dritter in 12:48:12.
Bei den Frauen sicherte sich die Tschechin Jana Dobrovolná den Sieg in 13:25:43, fast eine Stunde vor der Polin Magdalena Kraszpulska (14:28:29). Die Japanerin Kimino Miyazaki vervollständigte das Podium in 14:51:03. 329 Läufer beendeten den Mozart 100.
Mozart Ultra (72 km / 3.300 Hm): Szcześniewski knapp vor Simón
Der Mozart Ultra lieferte das knappste Duell des Tages. Der Pole Miłosz Szcześniewski (Hoka Garmin Team) setzte sich gegen den Spanier Andreu Simón Aymerich mit 3 Minuten und 30 Sekunden Vorsprung durch (6:14:37 vs. 6:18:07). Stefan Ungericht (Italien) wurde Dritter in 6:38:05.
Severine Petersen (Deutschland) dominierte den Frauen-Ultra in 7:50:43, gefolgt von Mari Wetterhus (Norwegen, 7:54:08) und Cindy Friebel (8:21:29). 526 Finisher. Vier polnische Athleten auf dem Podium über mehrere Distanzen — ein historischer Tag für den polnischen Trailsport.
Mozart Marathon (44 km / 1.600 Hm): Geiser und Speer glänzen
Tobias Geiser (Südtirol) gewann den Mozart Marathon in 3:18:42, vor Pavol Orolin (3:22:04) und Lennard Muschinski (3:24:43).
Österreichs Lokalfavoritin Isabell Speer, Salomon-Athletin aus Salzburg, begeisterte mit einem dominanten Frauen-Sieg in 3:38:17, gefolgt von Sonia Samuels (3:49:16) und Urszula Paprocka (4:02:55). Nach dem Zieleinlauf feierte Speer ihren Heimsieg mit einem Bad im Fuschlsee — ein Moment, der in den sozialen Medien viral ging. 748 Finisher.
Mozart Half Marathon und Lake Trail
Daniel Peer (Österreich) gewann den Half Marathon in 2:01:26. Nadine Hubel (Deutschland) holte den Frauen-Titel in 2:18:19. 520 Finisher. Auf dem Lake Trail gewann Gregor Strasser in 48:26 und Lena Lupsa in 54:01. 214 Finisher.
Reaktionen in den sozialen Medien
Das Highlight: Isabell Speers Bad im Fuschlsee nach dem Marathon-Sieg — ein Moment, der den Geist des neuen Veranstaltungsorts perfekt einfing und von den Salzburger Nachrichten aufgegriffen wurde. Die polnische Trailrunning-Szene feierte die vier polnischen Podiumsplätze. Das Laufmagazin Bieganie.pl nannte es einen historischen Tag. Der Hashtag #mozart100 trendete auf Instagram und Strava, mit Läufern, die die neue Salzkammergut-Kulisse trotz des Wetters lobten.
Vollständige Ergebnisse
Verfügbar auf UTMB Live (119 km), 72 km, 44 km, 28 km und 12 km.