Nach sechs Wochen Wartezeit ist die Pazifikküste Mexikos endlich bereit. Puerto Vallarta by UTMB eröffnet am 16. April seine vierte Ausgabe und versammelt knapp 2.000 Läuferinnen und Läufer im angestammten Gebiet des Wixárika-Volkes für drei Renntage zwischen der Sierra Madre Occidental und der Bahía de Banderas.
Eine verschobene Ausgabe
Ursprünglich für den 5. bis 7. März geplant, wurde das Rennen nach Unruhen im Bundesstaat Jalisco verschoben, die den Luft- und Bodenverkehr in Puerto Vallarta und Guadalajara lahmlegten. Die Veranstalter stellten die Sicherheit der Teilnehmenden klar an die erste Stelle.
Mit Blick auf euer Feedback und dem Anspruch, euch das Erlebnis zu bieten, das ihr verdient, halten wir dies für den besten Weg für alle. Unser Ziel ist es, euch unter den richtigen Bedingungen zu empfangen, damit ihr das voll auskosten könnt, worauf ihr monatelang hingearbeitet habt. - Rennorganisation, Februar 2026
Das neue April-Fenster rückt das Rennen tief in die mexikanische Trockenzeit, mit wärmeren Temperaturen an der Küste und trockeneren Singletrails in den Dschungelabfahrten.
Fünf Rennen, ein Spielfeld
Das Programm deckt die gesamte Bandbreite der UTMB World Series ab, vom familienfreundlichen Strandlauf bis zum Berglauf, der in Mascota startet und durch den Cuale-Canyon hinunter zum Malecón von Puerto Vallarta führt.
- Hikuri 100K - der Flaggschiff-Ultra von Mascota zum Malecón
- Nakawé 50K - eine Bergschleife über die Grate der Sierra Madre
- Haramara 50K - Dschungel- und Küsten-Singletrails
- Ereno 20K - ein kurzer, knackiger Einstieg ins Gelände
- Pata Salada 5K - der Auftakt am Strand
Wetteraussichten
Die Prognosen für den 16., 17. und 18. April deuten auf klassische Bedingungen zum Ende der Trockenzeit an der Pazifikküste hin: Höchstwerte um 32°C und nächtliche Tiefstwerte nahe 15°C, bei kaum bis keinem Niederschlag. Die Küstenabschnitte werden in praller Sonne und bei hoher Luftfeuchtigkeit gelaufen, während die Nächte oberhalb von Mascota (rund 1.200 m Höhe) deutlich kühler ausfallen - ein günstiges Fenster für den Hikuri-Start vor Tagesanbruch.
Die wichtigsten Geländeherausforderungen
Die Strecke gehört nicht zu den steilsten im UTMB-Zirkus, bleibt aber durchgängig anspruchsvoll. Der Hikuri 100K sammelt rund 3.500 Höhenmeter bergauf auf alten Pfaden des Wixárika-Volkes, überquert die Massive von Cerro del Cabro und Piedra Bola und taucht dann in den Cuale-Canyon und seine Dschungel-Singletrails hinab bis zum Malecón.
- Hitze und Feuchtigkeit: exponierte Abschnitte durch niedrige Vegetation können ab dem späten Vormittag brutal werden; Flüssigkeits- und Elektrolytstrategie entscheiden die Rennen
- Technische Abfahrten: loses Gestein, Wurzeln und Flussquerungen im Cuale-Canyon belohnen starke Abfahrer und bestrafen müde Oberschenkel
- Höhenwechsel: Start auf rund 1.200 m in Mascota, Ziel auf Meeresniveau - der Körper muss eine lange, kumulative Abfahrt verarbeiten
- Abgeschiedenheit und Exposition: die langen, abgelegenen Grate der Sierra Madre verlangen Eigenständigkeit zwischen den Verpflegungsstellen, besonders nachts
Eliteteilnehmerfeld beim Hikuri 100K
Der Hikuri 100K ist das Aushängeschild des Wochenendes, mit 24 Elite-Startern, darunter 19 nordamerikanische Athletinnen und Athleten aus den USA und Mexiko.
Männer
Tyler Green (USA, UTMB Index 870) geht als Papierfavorit ins Rennen, flankiert vom Spanier Marcos Ramos (867), Sieger des Mallorca 50K 2025, der in den langen Anstiegen Druck machen dürfte. Mexiko setzt auf Jupiter Carrera (844), Sieger des Chihuahua 100K 2025, der hier zuhause läuft, während Mike McGonagle (USA, 796), amtierender Sieger des Grindstone 100 Miles, starke Schlussbeine mitbringt.
Frauen
Die Deutsche Lotti Brinks (767) kommt mit dem Gesamtsieg beim Desert RATS 100K 2025 im Rücken, einer der bemerkenswertesten Ultra-Leistungen der letzten Saison. Rachel Drake (USA, 758) kehrt nach ihrer Mutterschaft auf die 100K-Distanz zurück und teilt sich die Strecke mit der Kanadierin Sarah Bergeron Larouche (744), Siegerin des Grindstone 50K 2025, und der US-Amerikanerin Careth Arnold (735).
Mehr als nur ein Rennen
Auch die Ausgabe 2026 rückt die Gemeinschaft in den Vordergrund. Der Frauenanteil erreicht 34%, 77% der Gemeldeten sind lokale Athletinnen und Athleten, und die Organisation stellt an jeder Verpflegungsstelle weibliche Hygiene-Kits bereit. Partnerschaften mit CEMBAB und Ángeles en Libertad verlängern die Wirkung des Events weit über die Ziellinie hinaus.
Worauf man achten sollte
Mit dem Hikuri 100K, der vor Tagesanbruch in Mascota startet, und einer Spitzengruppe, die in weniger als elf Stunden am Malecón erwartet wird, setzt die Nacht von Donnerstag auf Freitag den Ton. Der Nakawé 50K und der Haramara 50K schließen das Wochenende am Samstag ab, mit Running Stones und Startplätzen für das UTMB World Series Finale als Einsatz.