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AKTUELLES 27/04/2026

MIUT 2026: Esmiol und Hartmuth herrschen über Madeira

In einer 17. Auflage, die endlich wieder ihre originale Strecke findet, dominieren Vincent Esmiol und Katharina Hartmuth die 110 km lange MIUT Legend. Daniel Jung und Lindsay Allison gewinnen die 80 km, Antoine Charvolin gelingt ein unglaubliches 5-Tage-Double über die 56 km.

MIUT 2026: Esmiol und Hartmuth herrschen über Madeira

Vom 25. bis 26. April 2026 übernahm die 17. Auflage des Madeira Island Ultra-Trail die portugiesische Insel mit rund 3.500 Läuferinnen und Läufern aus über 60 Nationen und 700 freiwilligen Helfern. Zwei Jahre nach den Bränden, die zu großen Streckenänderungen gezwungen hatten, ist die Strecke nahezu in ihre ursprüngliche Form zurückgekehrt. Das Hauptrennen über 110 km, die MIUT Legend, startete um Mitternacht am Samstag, dem 25. April, in Porto Moniz und führte nach Machico, mit 7.165 hm und einer Querung des UNESCO-Lorbeerwaldes Laurisilva, des Pico Ruivo und des exponierten Grats am Pico do Areeiro.

MIUT Legend 110 km: die Tempo-Lehrstunde von Vincent Esmiol

Im Königsrennen, der MIUT Legend, lieferte der Franzose Vincent Esmiol eine fast perfekte Vorstellung und gewann in 12h48:03. Der 30-Jährige aus Digne-les-Bains ließ sich nie aus der Ruhe bringen: 3. bei km 12, in Führung ab km 20 und danach nie mehr in Bedrängnis. Er erreichte als Erster Casa do Pico Ruivo (km 69) in 8h56 und meisterte den technischen Grat am Pico do Areeiro souverän. Sein Landsmann Gautier Airiau wurde Zweiter in 12h56:52, mit weniger als 9 Minuten Rückstand, der US-Amerikaner Tyler Green komplettierte das Podium in 13h02:10.

Der große Favorit Aurélien Dunand-Pallaz fand nie seinen Rhythmus und beendete das Rennen als Vierter in 13h24:07, vor Ethan Peters (5., 13h36:46) und Pavel Serov (6., 13h41:26).

Das Frauenrennen lieferte eine der schönsten Geschichten des Wochenendes. Die Deutsche Katharina Hartmuth bezwang nach drei misslungenen Anläufen (2023 Priorität auf der Trail-WM, 2024 Fahrradunfall, 2025 Knochenprellung am Oberschenkel) endlich die MIUT, und das mit Stil. Hartmuth lag schon ab der ersten Verpflegung in Fanal (km 12) in Führung und baute ihren Vorsprung Schritt für Schritt aus. Bei km 30 betrug ihr Vorsprung bereits über eine Stunde. Sie überquerte die Ziellinie in 14h54:53, mit fast einer Stunde Vorsprung auf den Rest des Feldes.

«Es fühlt sich fast unwirklich an nach allem, was hier schiefgegangen ist. Heute waren Beine und Kopf endlich auf einer Linie.» (Katharina Hartmuth nach dem Zieleinlauf)

Hinter ihr ging der Kampf um Platz zwei bis zum Schluss. Die US-Amerikanerin Helen Mino Faukner sicherte sich den zweiten Platz in 15h50:00, nur 56 Sekunden vor der stark herankommenden Kanadierin Jazmine Lowther (3. in 15h54:22), die in den letzten 13 km wuchtig zurückkam.

MIUT Advanced 80 km: Daniel Jung nutzt seine Chance

Auf der MIUT Advanced 80 km entschied der Italiener Daniel Jung (Team Alpenplus-Altra) ein sehr enges Männerrennen für sich, in 8h52:50, vor den Franzosen Martin Pariente (8h57:24) und Nicolas Muselet (8h59:49), alle drei innerhalb von 7 Minuten.

Bei den Frauen war die US-Amerikanerin Lindsay Allison (Altra) eine Klasse für sich und gewann in 10h26:41, als 10. der Gesamtwertung, mit über 1h20 Vorsprung auf die Deutsche Nicole Kessler (11h47:55).

MIUT Discover 56 km: das unglaubliche 5-Tage-Double von Antoine Charvolin

Die MIUT Discover 56 km lieferte die Kult-Leistung des Wochenendes. Der Franzose Antoine Charvolin gewann in 5h03:14, nur fünf Tage nach seinem zweiten Platz über die 87 km der Grande Épopée beim Grand Raid Ventoux. Eine solche Doppelbelastung auf diesem Niveau grenzt an das Unvernünftige.

Bei den Frauen ging der Sieg an die US-Amerikanerin Rachel Drake (ACG) in 5h54:03, als ausgezeichnete Neunte der Gesamtwertung, vor ihrer Landsfrau Jane Maus (6h04:54).

Bedingungen und Gesamteindruck

Das Wetter lieferte einen typisch madeirischen Mix: rund 16 °C in der Nacht, etwas über 20 °C tagsüber, mit Wechsel aus Sprühregen und Sonne auf den Höhen. Anspruchsvoll mehr als extrem, aber unbarmherzig bei jedem Tempofehler in den technischen Abschnitten.

Für den Veranstalter ist diese 17. Auflage auch eine sportliche und emotionale Rückkehr: eine Strecke, die ihre Identität wieder hat, ein dichtes internationales Feld und Sieger, die Eindruck hinterlassen haben. Mit dem bestätigten Platz in den World Trail Majors festigt die MIUT ihren Status als einer der schönsten und kompetitivsten Ultras Europas.

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