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AKTUELLES 27/04/2026

Grand Raid Ventoux 2026: Symonds und Lemoine bezwingen den Riesen der Provence

Andy Symonds und Jennifer Lemoine holen sich den 125 km langen Ultra Géant, während ein heftiger Sturz Rémi Bonnet den Sieg über die 50 km kostet. Tranchand und Poncet sorgen über 20 km für ein rein französisches Doppel.

Grand Raid Ventoux 2026: Symonds und Lemoine bezwingen den Riesen der Provence

Vom 24. bis 26. April 2026 trafen sich rund um Malaucène mehr als 4.000 Läuferinnen und Läufer aus über 50 Nationen am Fuß des Riesen der Provence zur zweiten Ausgabe des Grand Raid Ventoux by UTMB. Das Wochenende lieferte vier Rennen, vier Sieger und eines der stärksten Eliteteilnehmerfelder im UTMB World Series Saisonauftakt. Hitze, felsiges Gelände und der brutale Schlussanstieg auf den Mont Ventoux trennten die Spreu vom Weizen.

UGP 125 km: Andy Symonds dreht die Uhr zurück

Beim Ultra Géant de Provence (125 km, 5.700 hm) feierte der 44-jährige Brite Andy Symonds seinen ersten großen Ventoux-Sieg seit 2012. Nach vorsichtigem Start übernahm er bei km 30 die Spitze und gab sie nicht mehr ab, Zielzeit 13h07. Aubin Ferrari (Team Altra) kam im Anstieg zum Mont Ventoux gefährlich heran, konnte im Abstieg aber nicht folgen und wurde Zweiter in 13h24. Sébastien Poesy (Brooks Trail Runners) komplettierte das Podium in 13h31, bei seiner ersten Teilnahme auf dieser Distanz.

«Die letzten zwei Stunden waren sehr hart, aber ich bin überglücklich. Es ist lange her, dass ich ein großes Rennen gewonnen habe, vor allem hier.» (Andy Symonds nach dem Zieleinlauf)

Bei den Frauen lief Mannschaftsweltmeisterin Jennifer Lemoine ein souveränes Rennen, hatte bei km 110 bereits über 20 Minuten Vorsprung auf die US-Amerikanerin Christine Selman und gewann in 16h28. Selman wurde Zweite in 17h13, Laura Berruer komplettierte das Podium in 18h44. Lemoine bestätigt ihren Status als Referenz auf der Langdistanz.

GEV 87 km: Chassagne gibt das Tempo vor, Hegemann legt nach

Auf der Grande Épopée Ventoux (87 km, 4.200 hm) kontrollierte Baptiste Chassagne (On) das Rennen von vorne und blieb mit 24 Sekunden Spielraum unter 8 Stunden, Zielzeit 8h00. Nicolas Gourdon (New Balance) wurde Zweiter in 8h15, der Spanier Oriol Barbany Bofill (La Sportiva) Dritter in 8h32. Chassagne nutzte den Tag als ernsten Test vor seinen Sommerzielen.

Titelverteidigerin Ida-Sophie Hegemann (The North Face, Deutschland) bestätigte ihre Form mit einem erneuten Sieg in 10h00 und einem starken 19. Platz in der Gesamtwertung. Landsfrau Julia Langeder folgte in 10h20, Emily Cambier komplettierte das Podium in 10h57. Hegemann gab zu, dass die Bedingungen deutlich härter waren als im Vorjahr und sie um den Sieg kämpfen musste.

MMT 50 km: Kiplimo nutzt Bonnets brutalen Sturz

Der Mistral Marathon Trail (51 km, 2.500 hm) war die große Neuheit der Ausgabe 2026, mit einer Strecke, die jetzt über den GR4 bis zum Gipfel des Mont Ventoux (1.909 m) führt. Das Rennen lieferte die größte Überraschung des Wochenendes. Lange Zeit in Führung, stürzte der Schweizer Rémi Bonnet (Salomon) heftig, verlor wertvolle Minuten und musste sich mit Platz 18 begnügen. Der Kenianer Nashon Kiplimo (Salomon) nutzte die Chance, beschleunigte nach dem Gipfel und gewann in 3h58. Der Franzose Simon Paccard wurde Zweiter in 4h07, Clément Lalba Dritter in 4h08.

Bei den Frauen lief die phänomenale Schwedin Tove Alexandersson kontrolliert zum Sieg in 4h30 und kam als 15. ins Ziel. Candice Fertin-Baccon (New Balance) wurde Zweite in 4h57, vor der Schweizerin Maëlle Minnig in 5h05. Alexandersson bezeichnete die Strecke als «unglaublich».

TDC 20 km: Tranchand und Poncet, rein französische Podien

Auf dem Trail des Coteaux (26 km, 1.100 hm) ließ der amtierende Weltmeister im Short Trail Frédéric Tranchand (Merrell) keinen Zweifel aufkommen, übernahm ab dem ersten Anstieg und gewann in 1h43:49. Dahinter wurde der Kampf um Platz zwei mit 4 Sekunden Vorsprung entschieden: der Schweizer Adrien Briffod (1h45:41) vor Killian Allaire (1h45:45).

Bei den Frauen attackierte Élise Poncet (Arc'teryx) ab dem ersten Anstieg und hielt bis ins Ziel durch, Zielzeit 2h14:00 und 24. Platz in der Gesamtwertung. Mélanie Ratel (2h21:56) und Agnès Fabre (2h22:05) komplettierten ein rein französisches Podium, ganz wie bei den Männern.

Adaptive Trailrunning im Rampenlicht

Über die Eliteresultate hinaus räumte der Grand Raid Ventoux dem Team Adaptive by UTMB einen wichtigen Platz ein. Yanis Debaud, der mit einer Lähmung des rechten Fußes läuft, ging über die 87 km an den Start. Jonathan Naboulet, Tetraplegiker, absolvierte die 20 km in einer Joëlette. Fanny Barbara, die mit nur einem Lungenflügel lebt, und Julien Veysseyre, Unterschenkelamputierter, beendeten beide den neuen 50 km. Eine schöne Erinnerung daran, dass der Ventoux auf viele Arten erobert werden kann.

Was bleibt für den Rest der Saison

Mit Running Stones für alle Finisher und Qualifikationsplätzen für UTMB, CCC und OCC in Chamonix bestätigte der Grand Raid Ventoux 2026 seinen Status als echtes Saisonauftakt-Highlight. Symonds, Lemoine, Chassagne, Hegemann, Kiplimo, Alexandersson, Tranchand und Poncet verlassen die Provence mit einer klaren Ansage für die kommenden Monate.

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